Donnerstag, 7. November 2019

Energieversorger N-ERGIE: „Das Stromnetz ist auf Elektromobilität vorbereitet“



Die Energiekonzerne E.On und EnBW haben in diesem Jahr erklärt, dass bereits die heutige Netzstruktur Millionen neuer Elektroautos verkraftet. Nun meldet auch die Nürnberger N-ERGIE AG, einer der zehn größten deutschen Stromanbieter, unter Berufung auf eine Studie: „Das Stromnetz ist auf Elektromobilität vorbereitet.“
Die Main-Donau Netzgesellschaft, ein Tochterunternehmen der N‑ERGIE, hat zusammen mit technischen Beratern untersucht, wie viele Elektrofahrzeuge es zukünftig im eigenen Netzgebiet geben wird und was das für das Unternehmen bedeutet. Die Elektromobilität wird demnach „merkliche Auswirkungen“ auf das Verteilnetz haben, beispielsweise werden durch den zusätzlichen Strombedarf die Energiemengen im Netz erhöht. Auch die benötigte Leistung aus dem Netz wird sich aufgrund von gleichzeitigem Laden von Elektroautos temporär vergrößern.
„Die gute Nachricht: Das Verteilnetz der Main-Donau Netzgesellschaft ist bereits jetzt auf die künftige Zunahme von Elektrofahrzeugen vorbereitet“, teilten die Studienautoren mit. Als Basis für die Untersuchung diente die erwartete Anzahl von Elektrofahrzeugen im relevanten Netzgebiet, auch nach privater oder gewerblicher Nutzung unterteilt. Dabei wurden für die Jahre 2025, 2030 und 2050 jeweils drei Szenarien beleuchtet.
Selbst beim optimistischen Szenario für das Jahr 2030 mit der höchsten zu erwarteten Anzahl an Elektrofahrzeugen (Pkw: 400.000; Nutzfahrzeuge: 22.000) bleibt die Main-Donau Netzgesellschaft gelassen. „Seit Jahren investieren wir jährlich rund 100 Millionen Euro in unsere Stromnetze. Das Netz ist somit gut vorbereitet für die nächsten Jahre – egal ob bei der Einspeisung durch erneuerbare Erzeugungsanlagen oder bei der Elektromobilität“, sagt der Vorstandsvorsitzende der N‑ERGIE Josef Hasler.
„Wir rechnen deshalb damit, dass wir aufgrund der Elektromobilität unsere Stromnetze bis 2030 nicht flächendeckend, sondern lediglich punktuell an Hot Spots, also Gebieten mit vielen Elektrofahrzeugen und Ladepunkten verstärken müssen. Aufgrund der Anmeldepflicht von Ladepunkten beim Netzbetreiber lassen sich solche Hot Spots identifizieren“, so Hasler weiter.

Gesteuertes Laden im Fokus

Perspektivisch wolle das Unternehmen verstärkt in das Netz investieren, da die Studie im optimistischen Szenario mit über 1 Million elektrischen Pkw und rund 50.000 elektrischen Nutzfahrzeugen einen deutlichen Anstieg bis 2050 prognostiziert. „Elektromobilität wird mit Lastzuwächsen verbunden sein. Im so genannten gesteuerten Laden steckt jedoch durchaus das Potenzial, den notwendigen Netzausbau zu reduzieren oder zeitlich zu verschieben“, sagt Gerald Höfer, Geschäftsführer der Main-Donau Netzgesellschaft.
„Dieses gesteuerte Laden heißt nichts anderes, als dass durch eine intelligente Verteilung der einzelnen Ladevorgänge, z. B. auf die Nachtstunden, die Last im Tagesverlauf ausgeglichen und die Spitzen somit minimiert werden“, erklärt Höfer. „Das bestehende Netz wird damit möglichst gut genutzt. Gleichzeitig werden wir verstärkt den Fokus auf Alternativen zum konventionellen Netzausbau richten. Mit regelbaren Ortsnetztransformatoren (rONT) beispielsweise, die wir bereits seit Jahren in unserem Netz einsetzen, können wir Spannungsschwankungen lokal ausgleichen.“

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